Leicht wie eine Feder, schwer wie ein Stein

Methode zu den Themen Körperwahrnehmung & Essverhalten.

Kind hält Steine in der Hand
Körperwahrnehmung

Ziel der Methode

Die SchülerInnen lernen auf ihr Körpergefühl zu achten und ermöglicht den Kindern, verschiedene Rollen und Körperzustände auszuprobieren.

Worum geht es

Nicht nur die Nährstoffe, sondern auch die Liebe geht durch den Magen. Ob Frust, Trauer oder Stress mit den Eltern: Abhängig von der Gefühlslage greifen wir verstärkt oder eben gar nicht zu Essbarem.

Essverhalten von Kindern

Stimmungen beeinflussen unser Essverhalten – unser Essverhalten beeinflusst die Stimmung.
Schon die erste Essbeziehung, das Stillen, vermittelt Wärme, Zuneigung und Nähe. Spätestens ab dem Eintritt in den Kindergarten hat auch das soziale Umfeld Einfluss auf die Lebensmittelauswahl. Gerade im Alter zwischen 6 – 12 Jahren sind Kinder für Werbung und Einflüsse der „Clique“ sehr empfänglich. Die in der Kindheit geprägten Verhaltensweisen bleiben oft ein ganzes Leben bestehen. Jede Verhaltensänderung ist dann mit einer großen Anstrengung verbunden.

Gemeinsames Essen geht über die reine Nahrungsaufnahme hinaus.

Kinder lernen beim gemeinsamen Essen mehr, als nur den Hunger zu stillen. Es fängt bei der „richtigen“ Lebensmittelmenge an, über das Esstempo und setzt sich bis zum Austausch von Familienwerten fort.
So werden bei Tisch oft Familiengeschichten erzählt, Probleme besprochen und auch gelöst.

Kalorien überschatten das Leben der Jugendlichen

Durch das Eintreten in die Pubertät und der damit verbundenen körperlichen Veränderungen kommt es mitunter zu einer starken Betonung der Themen Figur und Körpergewicht.
Das Streben nach Schlankheit kann als Lösungsversuch persönlicher Konflikte und Probleme verstanden werden.
Aus dem Wunsch heraus, Kontrolle über das eigene Leben zu erlangen, wird versucht, zumindest das eigene Gewicht zu kontrollieren. Das Mittel zur Wahl heißt in vielen Fällen: exzessives Kalorienzählen.

Menschen, die nicht essen wollen

Essstörungen zählen zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen im jungen und mittleren Erwachsenenalter.
Viele Eltern versuchen die Situation mit Strenge in den Griff zu bekommen und zwingen die Heranwachsenden zum Essen. Damit wird jedoch meist das Gegenteil erreicht. Eine offene Aussprache in vertrauensvoller Atmosphäre mit Eltern, LehrerIn oder TherapeutIn ist oft der erste Schritt zur Einsicht. Hilfreich ist es auch, gemeinsam nach einer entsprechenden Beratungsstelle zu suchen.

Menschen, die zu viel essen

Seit Mitte der 70er Jahre werden Europas Kinder immer schwerer. Nicht nur die Anzahl der Übergewichtigen nimmt zu, sondern auch der Anteil der überaus stark Übergewichtigen.
Die Ursachen dieses rasanten Anstiegs sind unklar. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus verschiedenen Faktoren, wie vererbte Veranlagung, veränderte Lebensbedingungen oder zu wenig Bewegung bis hin zu viel Fett und vor allem Zucker in der Nahrung.

Beschreibung

Durch Bewegung und Sport werden der eigene Körper und seine Grenzen kennen gelernt. Körperliche Aktivität verbessert die gesamte körperliche Wahrnehmungsfähigkeit, was sich auch auf die Hunger-/Sättigungssignale auswirkt. Die folgende Übung zum Körpergefühl ermöglicht den Kindern, verschiedene Rollen und Körperzustände auszuprobieren. Gleichzeitig ist das Hineinfühlen in andere, die dünner oder dicker sind als man selbst, möglich. Damit wird die Akzeptanz derjenigen, die von der Norm abweichen, leichter. Die Übung eignet sich auch gut als Auflockerung für zwischendurch. Langsame entspannende Musik kann helfen, die Stille besser zu „ertragen“.

Jede Sequenz eine halbe Minute üben lassen, dazwischen bleiben die Kinder stehen:„Bitte beginnt im Raum umherzugehen, ohne miteinander zu sprechen. Achtet dabei nur auf euch selbst“ (30 sek).

Stellt euch jetzt vor:

  • Ihr seid einen halben Meter größer. Geht so herum, als wenn ihr größer wärt.
  • Ihr seid einen halben Meter kleiner. Geht so herum, als wenn ihr kleiner wärt.
  • Ihr seid eine Feder. Geht so herum, als wenn ihr eine Feder wärt.
  • Ihr seid ein großer Felsbrocken. Bewegt euch, als wenn ihr schwer wie ein Felsbrocken wärt.
  • Ihr seid ein Gewichtheber . Geht so herum, als wärt ihr voller Muskelpakete; wie bewegt ihr euch da?
  • Ihr seid ganz dünn und schmächtig. Geht so herum, als hättet ihr fast keine Muskeln.• In euren Beinen sind Sprungfedern. Geht so herum als hättet ihr Sprungfedern eingebaut.
  • Euer Körper ist völlig eingerostet. Bewegt euch wie, wenn eure Gelenke eingerostet wären.
  • Ihr seid der dickste Mensch der Welt, geht so herum, wie wenn ihr dreimal so dick wärt.
  • Ihr seid eine Bohnenstange. Geht so herum, wie wenn ihr dreimal so dünn wärt.
  • Stellt euch vor, ihr seid der langsamste Mensch der Welt, geht so herum.
  • Geht wieder so herum, wie ihr normalerweise geht.

Zur Reflexion sitzen Sie gemeinsam in einen Kreis auf den Boden und besprechen die Fragen:

  • Wie fühlt sich mein Körper jetzt an, welche Muskeln spüre ich?
  • Welche Bewegung war am lustigsten?
  • Was ist der Vorteil, besonders groß oder muskulös zu sein?
  • Was ist der Vorteil, klein oder langsam zu sein?
  • Welche Bewegungen waren einfach, welche schwierig?
  • Wie zufrieden bin ich mit meinem Körper so wie er ist?

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