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Tier des Jahres 2020: der Maulwurf

Samtig, verfressen und richtig schnell - warum man sich glücklich schätzen sollte einen Maulwurf im Garten zu haben.

Maulwurf
© marina lohrbach - Fotolia.com

Steckbrief:

Größe: bis zu 16 Zentimeter lang und 130 Gramm schwer

Lebensdauer: rund 3 - 4 Jahre

Lebensweise: lebt unter der Erde

Ernährung: reiner Insektenfresser

Besonderheiten: riecht sehr gut, Sehsinn nur schwach ausgebildet

Verbreitung: in Niederösterreich noch weit verbreitet, Bestände rückläufig, steht in ganz Österreich unter Naturschutz!
 

Unersättlicher Schädlingsvernichter

Maulwürfe leben als Einzelgänger in unterirdischen Bauen und graben weitreichende Tunnelsysteme. Diese liegen meist zwischen 40 und 80 cm tief unter der Erdoberfläche. Neben seinem Hauptnest, legt der Maulwurf auch Nist- und Vorratskammern an, die meisten Gänge die er gräbt sind aber sogenannte Jagdgänge. Der Maulwurf ernährt sich ausschließlich von Insekten, Regenwürmern und anderen Kleintieren und kann in einem Jahr bis zu 35 kg (!) Futtertiere wie Schnecken, Engerlinge, Drahtwürmer und Käfer vertilgen. Die Anwesenheit eines Maulwurfes ist durch die Maulwurfshügel sehr gut erkennbar.

Erde raus – Luft rein

Die Hügel entstehen, wenn der Maulwurf mit dem Kopf das Erdmaterial an die Oberfläche schiebt. Sie sind fürs Überleben der Tiere unerlässlich, da sie der Belüftung der langen Tunnel dienen. Daher bringt es sehr wenig, wenn man die Maulwurfshügel flach klopft, denn innerhalb kürzester Zeit, wird der Maulwurf mit neuen Hügeln für frische Luft in seinem Reich sorgen. Neben seinem Nutzen als Schädlingsvertilger, tragen seine Gänge zur Auflockerung und optimalen Durchlüftung des Bodens bei und dienen als  Drainagesystem.

Hören mit dem Fell

Seine erfolgreiche Jagdstrategie beruht auf seinen Jagdgängen, den sogenannten „Wurmfallen“. Sobald zum Beispiel ein Regenwurm oder eine Assel in einen Jagdgang plumpst, nimmt der Maulwurf die Erschütterung und Luftdruckveränderung mit seinem Fell und seinen Barthaaren wahr, eilt blitzschnell zu seiner Beute und kann dabei bis zu 4km/h schnell werden! Möglich ist das durch seinen walzenförmigen Körper und das samtige Fell, welches in alle Richtungen wächst, also keine bestimmte Wuchsrichtung hat. So kann er sich in seinen Gängen mühelos vorwärts und rückwärts bewegen. Wenn er es sehr eilig hat und die Laufrichtung im engen Tunnel ändern will, macht er einfach einen Purzelbaum.

4 stündige Abwechslung

Alle vier Stunden macht der Maulwurf einen Rundgang durch sein Revier, um auch „überhörte“ Beutetiere, oder Kleintiere, die sein Gangsystem zur Fortbewegung nutzen, aufzustöbern. Da er nur maximal 12 Stunden ohne Nahrung auskommen kann, legt er sich vor allem für den Winter Vorräte an. Dazu lagert er Regenwürmer in seiner Vorratskammer, denen er zuvor den Kopf abbeißt, damit sie nicht flüchten können.

Maulwurf als Wühlmausabwehr

Da Maulwürfe ausgesprochene Einzelgänger sind, dulden sie nicht einmal andere Tierarten in ihrem Reich. Das gilt auch für Wühlmäuse, die konsequent aus dem Revier vertrieben werden. Wer also einen Maulwurf im Garten hat, braucht sich über Pflanzenschädlinge wie Wühlmäuse oder auch Engerlinge keine Sorgen machen. Und was die ungeliebten Maulwurfshügel angeht – üben sie sich am Besten in Akzeptanz und freuen sie sich über den persönlichen Schädlingsvernichter und Bodenverbesserer in ihrem Garten!

Weiterführende Links:

Naturland Niederösterreich 

Weitere Informationen

Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ (eNu)
Tel. 02742 219 19, umweltbildung@enu.at
Nähere Informationen zur eNu auf www.enu.at