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Nachberichte

Zukunftssymposium 2008

"Simsen, chatten, bloggen & Co: Jugendliche und neue Medien" war das Thema des 3. Zukunftssymposiums am 14. November 2008 in Amstetten.

Podiumsdiskussion Zukunftssymposium
© G. Pomper

Neue Medien spielen in der Welt der heutigen Jugendlichen eine entscheidende Rolle. Wieviel und vor allem welches Wissen steckt in den Köpfen der Computergeneration? Wie wirkt sich die „neue“ Jugendkultur auf den gesellschaftlichen Alltag aus, welche Chancen und Risiken bergen die neuen Medien? Das Zukunftssymposium 2008 widmete sich den neuen Herausforderungen in der Bildungsarbeit. 40 SchülerInnen arbeiteten beim Jugendlaboratorium mit, bei den Vorträgen und Podiumsdiskussionen am Freitag Nachmittag waren 148 TeilnehmerInnen in der Pölz Halle Amstetten dabei.

Jugendlaboratorium
© U. Pachinger

Bereits zum 3. Mal fand 2008 das Zukunftssymposium statt. Nach den positiven Rückmeldungen im letzten Jahr und dem steigenden Interesse vieler Pädagogen/innen an „neuen Medien“ wurde heuer das Thema „Jugendliche und neue Medien im Umweltbereich“ gewählt, erklärte Christoph Kainz, stv. Obmann von "die umweltberatung" NÖ: „Frontalunterricht und emotionslose, informationsüberladene Vorträge führen nicht mehr zum Ziel. Gerade in Zeiten der Reizüberflutung, der ständig verfügbaren Information und Kommunikation ist es wichtig, Jugendliche nicht nur mit Informationen ‚zu füttern’, sondern auch ‚ihr Herz’ zu erreichen; denn nur wenn sie mit Begeisterung dabei sind, wird das Wissen über ökologische Zusammenhänge auch in die Tat umgesetzt.“ Um die Chancen, aber auch die Risiken der neuen, interaktiven Kommunikationsmöglichkeiten auch für die Umweltbildung aufzu-zeigen, widmete sich das heurige Zukunftssymposium diesem Thema.

Bei der Tagung wurde nicht nur über, sondern auch mit den Jugendlichen gesprochen und gearbeitet. 40 SchülerInnen der HAK Ybbs, der HTL Waidhofen a.d. Ybbs und des BRG Waidhofen a.d. Ybbs beschäftigten sich mit Fragen wie „Wie wichtig ist das Thema Umwelt?“ oder „Woher beziehen Jugendliche relevante Informationen, wie weit engagieren sie sich?“. DIin Efa Doringer und DIin Hanna Posch der PlanSinnGmbH werkten und diskutierten mit den Jugendlichen in einem Jugendlaboratorium, die Ergebnisse wurden dem Publikum am Nachmittag vorgestellt.

Beim zweiten Teil des Symposiums standen Vorträge und Podiumsdiskussionen am Programm.
Hans Jürgen Resel vom NÖ Landesjugendreferat stellte die Serviceangebote und Möglichkeiten speziell für Jugendliche vor: Semester-Tickets für StudentInnen etwa erleichtern die umweltfreundliche Mobilität, Schüler- und Jugendzeitungen informieren über regionale Veranstaltungen, Verkehrserziehung und Schutzengelaktion erreichen die Kinder und Jugendlichen nicht nur, aber auch in der Schule.

Christa Ruspeckhofer, Bildungsverantwortliche von "die umweltberatung" NÖ erinnerte daran, dass 67 % der ÖsterreicherInnen ab 14 Jahren aktive Internet-UserInnen sind. Für Jugendliche ist das Internet das wichtigste Informations- und Kommunikationsmedium. Interessensgruppen finden sich quer über alle Kontinente, Informationen werden in Sekundenschnelle ausgetauscht. Radio, Zeitungen und zunehmend auch Bücher werden als ersetzbar angesehen. Für (Umwelt-) Bildungsorganisationen ist das eine besondere Herausforderung: „Jugendliche mit den richtigen Themen zu erreichen und sie für Umweltschutz oder nachhaltigen Lebensstil zu begeistern, funktioniert nicht mit vorgefertigten Rezepten, sondern erfordert besonders viel Kreativität, Know-how und soziale Kompetenz“, so ihr Resümee.

Publikum Zukunftssymposium
© G. Pomper

Auch Mag. Bernhard Heinzlmaier ging in seinem Vortrag der Frage nach „Denkt die Jugend ökologisch?“. Er ist Vorsitzender des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien und erzählte aus 15 Jahren Erfahrung über jugendkulturelle Trends, zielgruppengerechte Kommunikation und Lifestyleforschung. Seiner Ansicht nach ist die „Silent Revolution“ am Ende. Anstelle von Selbstverwirklichung und idealistischen Gesellschaftsutopien geht es wieder um Geld, Karriere und Sicherheit - gab es 1980 bei den Unter-30-jährigen noch 50% PostmaterialistInnen, so waren es 2002 gerade mal 25%. Im derzeitigen Klima von Globalisierung, Finanzkrise und Angst vor internationalem Terrorismus werden Werte wie Einkommen, Karriere und Konsum wieder wichtiger, weil sie Sicherheit vermitteln - im Beruf, in der Öffentlichkeit, in Familie und Partnerschaft, in Freundesbeziehungen oder im Konsum.

Drin. Natalia Wächter vom Österreichischen Institut für Jugendforschung beschäftigte sich vor allem mit Entwicklungen bei Online-Medien: Mit der Entstehung des Web 2.0 hat sich das Internet zu einem interaktiven Medium entwickelt, wo Chatrooms, Fotos und Videos auszutauschen möglich und weltweite Kommunikation tagtäglich praktiziert wird. Vor allem im Teenageralter ist das Internet für Jugendliche ein „soziales Netzwerk“, eine zweite (virtuelle) Alltagswelt geworden, ein unverbindliches und geschütztes „Experimentierfeld“ für soziale Kontakte, Flirts und Lerngemeinschaften.

Bevor sich die TeilnehmerInnen aller Generationen in der Podiumsdiskussion der Frage „Machen uns moderne Medien klüger?“ widmeten, gewährte Stimm- und Sprechtrainerin Ingrid Amon noch einen Blick hinter die Kulissen des Menschlichen: Was verraten Körpersprache und Stimme über die bewusst gesagten Inhalte hinaus? Wie werden Vorträge, Texte und Inhalte so gegliedert, dass vor allem die jungen ZuhörerInnen „am Ball“ bleiben und die Informationen auch verarbeiten können? Besonders die BeraterInnen und Pädagogen/innen im Publikum konnten viele Tipps für ihren Berufsalltag mitnehmen. Zudem beschäftigte sich Amon im Beitrag mit der Frage: „Wie wirkt die Sprache in den Medien auf Jugendliche?“

Bei regionalen Schmankerln aus der Region und angeregten Diskussionen zwischen „Jungen und Junggebliebenen“ klang das Zukunftssymposium schließlich aus – ohne Generationskonflikte, aber beiderseits anregenden Impulsen für alle Altersstufen.

Weitere Informationen

Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu)
Tel. 02742 219 19, umweltbildung@enu.at
Nähere Informationen zur eNu auf www.enu.at.