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Nachberichte

Tagung: Alte Spiele 2009

Spielen ist für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig. Bei der Tagung "Alte Spiele - neu entdeckt" in St. Pölten am 15. Mai 2009 gab es dazu viele Informationen.

Teilnehmerinnen beim Spielen
© A. Huber

Durch das Spiel entdecken Kinder die Welt, lernen soziales Verhalten, Geschicklichkeit und Bewegung. Vor allem das Spielen mit Gleichaltrigen draußen in der Natur sollte auf keinen Fall zu kurz kommen. Doch die Rahmenbedingungen haben sich geändert und was früher „normal“ war, nämlich der unbeobachtete Aufenthalt auf der „G’stetten“, ist mittlerweile selten geworden.

Laufen, Toben, Raufen und Krach machen

„Damit sich Kinder gesund entwickeln können, brauchen sie die Möglichkeit sich auszutoben.“, so Margarethe Tschannett, Physiotherapeutin und Psychomotorikerin. Dabei kommt es schon vor, dass sich die Kinder teilweise in herausfordernde bis gefährliche Situationen begeben. Was ihre Betreuerinnen und Betreuer ins Schwitzen bringt, ist für Kinder jedoch essenziell, denn wir lernen durch Erfahrung und was wir erleben, lernen wir kennen und wollen wir schützen. Das gilt vor allem auch für die Natur.

Hinaus, hinaus!

Bewegung macht Kinder klug, gesund und glücklich. Doch wie motiviert man Kinder zu ausreichend Bewegung und zum Hinausgehen? Am besten mit Spielen in der Natur, die Spaß machen und durch Freiräume, die eine Vielfalt von Aktivitäten zulassen. DIin Birgit Gegenbauer von "die umweltberatung" beschrieb auf der Tagung den Erlebniswert von Natur: „Kinder brauchen das Spiel im Freien, die Bewegung! Biotope wie Blumenwiesen, Totholzhaufen, Naschhecken oder unberührte „wilde Ecken“ ermöglichen spannende Naturbeobachtungen. Diese Spielräume ändern sich im Jahresverlauf und bieten immer wieder neue Spielreize und Anregungen“.
Auch die anderen Referenten und Referentinnen der Tagung „Alte Spiele neu entdeckt“ hoben die Bedeutung von Freiräumen und vor allem Freiheiten für Kinder hervor.

Prof. Dr. Rainer Buland, Leiter des Instituts für Spielforschung an der Universität Mozarteum in Salzburg, erklärte, dass langfristiges Lernen am besten mit kreativen Freiräumen und eigenständigem Entdecken funktioniert, Überregulation und Kontrollzwang sind kontraproduktiv.

Michael Fimberger, Pädagoge im Kindergarten „Fun&Care“ berichtete über ein Projekt des „spielzeugfreien Kindergartens“, in dessen Verlauf vorgefertigte Spiele aus dem Spielzimmer entfernt wurden und die Kreativität der Kinder zum Spielen (mehr) gefragt war. Seiner Erfahrung nach wurden die Kinder teamfähiger und kreativer in der Lösungskompetenz, schüchterne Kinder selbstbewusster und die Gruppe gleichberechtigter.

ReferentInnen
© A. Huber

Arno C. Hofer, Vorstandsvorsitzender von Ludovico, dem Institut für Spielkultur und Spielpädagogik, verwies auf die historische Entwicklung und jahrhundertealten Wurzeln vieler gängiger Spiele. Er begrüßt die jüngste Entwicklung der „komponierten“ Spiele, wo es nicht mehr nur um Gewinnen und Verlieren geht, sondern auch um sozial verträgliche Lösungen, Eigenverantwortung und kooperatives Spielen.

Spiele in der Praxis testen

Nach den fachlichen Inputs konnten sich die TeilnehmerInnen der Tagung viele „alte“ Spiele wieder in Erinnerung rufen und unbekannte selbst ausprobieren - in Workshops wurden Spiele für drinnen, Spiele für draußen, Lauf- und Fangspiele, Spiele aus fernen Ländern usw. auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Eltern, KindergärtnerInnen und LehrerInnen konnten mit vielen Ideen für die Gestaltung von Pausen und Spielalltag nach Hause bzw. in die Schule zurückkehren.

Download

DIin Brigit Gegenbauer: Natur im Spiel - von der Naturerfahrung zum Umweltschutz
Michael Fimberger: "Projekt Spielzeugfreier Kindergarten" und "Projekt zur Kreativitätsförderung"

Weitere Informationen

Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu)
Tel. 02742 219 19, umweltbildung@enu.at
Nähere Informationen zur eNu auf www.enu.at.