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Bildung & Nachhaltigkeit

Simsen, chatten, bloggen & Co

Neue Medien spielen bei Jugendlichen eine wichtige Rolle. Welche Herausforderungen entstehen dadurch in der Bildungsarbeit?

Zwei Jugendliche mit Handy und Laptop
© A. Huber

Neue Medien (z.B. Chats und Blogs im Internet) spielen heutzutage eine entscheidende Rolle. Wie wirkt sich die „neue“ Jugendkultur auf den gesellschaftlichen Alltag aus, welche Chancen und Risiken bergen die neuen Medien? Leben junge Menschen nach dem Motto: „Wozu soll ich mir was merken, wenn ich es jederzeit googeln kann?“

Informationen rund um die Uhr

Es gibt die Tendenz, dass die humanistische Bildung schrittweise an Bedeutung verliert. Gibt es eine kritische Auseinandersetzung mit den Informationen im Netz? Wird Erlerntes interpretiert und bewertet? Im Internet gibt es die Möglichkeit, gezielt nach Informationen zu suchen, unabhängig davon, ob eine Redaktion ein Thema jetzt gerade für wichtig hält oder nicht. Das bietet in punkto Umwelt und Nachhaltigkeit große Vorteile, da man Informationen zu diesen Themen ins Netzt stellen kann – egal, wie populär sie gerade sind. Aber es werden auch oft falsche Informationen oder Fachartikel mit fehlenden Quellenangaben ins Netz gestellt. Deshalb ist es wichtig, das Bewusstsein zu schärfen, welchen Datenquellen man vertrauen kann.

Internet als wichtige Informationsquelle

67 % der ÖsterreicherInnen ab 14 Jahre sind aktive Internet-UserInnen. Für Jugendliche ist das Internet das wichtigste Informations- und Kommunikationsmedium. Interessensgruppen finden sich quer über alle Kontinente, Informationen werden in Sekundenschnelle ausgetauscht. Radio, Zeitungen und zunehmend auch Bücher werden als ersetzbar angesehen. Für (Umwelt-)Bildungsorganisationen ist das eine besondere Herausforderung: Jugendliche mit den richtigen Themen zu erreichen und sie für Umweltschutz oder einen nachhaltigen Lebensstil zu begeistern, funktioniert nicht mit vorgefertigten Rezepten, sondern erfordert besonders viel Kreativität, Know-how und soziale Kompetenzen.

Neue Möglichkeiten in der Bildungsarbeit

Frontalunterricht und emotionslose oder informationsüberladene Vorträge kommen bei Jugendlichen meistens nicht gut an. Sie leben in einer Zeit der Reizüberflutung, der ständig verfügbaren Informationen und der permanenten Kommunikation. Deshalb ist es wichtig, Jugendliche nicht nur mit Informationen ‚zu „füttern“, sondern auch zu versuchen, „ihr Herz“ zu erreichen. Nur wenn man sie in ihrer Lebenswirklichkeit abholt und sie begeistern kann, kann Wissen über ökologische Zusammenhänge auch in die Tat umgesetzt werden. Neue Medien wie Youtube, Wikipedia, MySpace oder Facebook bieten sich dabei als Informations- und Begeisterungsquelle an.

Entwicklungen bei Online-Medien

Drin. Natalia Wächter vom Österreichischen Institut für Jugendforschung beschäftigte sich vor allem mit Entwicklungen bei Online-Medien: Mit der Entstehung des Web 2.0 hat sich das Internet zu einem interaktiven Medium entwickelt, wo Chatrooms, Fotos und Videos auszutauschen möglich und weltweite Kommunikation tagtäglich praktiziert wird. Vor allem im Teenageralter ist das Internet für Jugendliche ein „soziales Netzwerk“, eine zweite (virtuelle) Alltagswelt geworden, ein unverbindliches und geschütztes „Experimentierfeld“ für soziale Kontakte, Flirts und Lerngemeinschaften.

„Denkt die Jugend ökologisch?“

Es gibt durch die neuen Medien vielfältige Möglichkeiten Jugendliche für Themen zu begeistern, aber ist „Ökologie“ ein Thema, mit dem man bei der heutigen Jugend punkten kann? Mag. Bernhard Heinzlmaier vom Institut für Jugendkulturforschung verfügt über jahrelange Erfahrung mit jugendkulturellen Trends, zielgruppengerechter Kommunikation und Lifestyleforschung. In seinem Vortrag „Denkt die Jugend ökologisch?“ ist seiner Ansicht nach die „Silent Revolution“ am Ende. Anstelle von Selbstverwirklichung und idealistischen Gesellschaftsutopien geht es wieder um Geld, Karriere und Sicherheit. Gab es 1980 bei den Unter-30-jährigen noch 50 % PostmaterialistInnen, so waren es 2002 gerade mal 25 %. Im derzeitigen Klima von Globalisierung, Finanzkrise und Angst vor internationalem Terrorismus werden Werte wie Einkommen, Karriere und Konsum wieder wichtiger, weil sie Sicherheit vermitteln - im Beruf, in der Öffentlichkeit, in Familie und Partnerschaft, in Freundesbeziehungen oder im Konsum. Es wird für Umweltorganisationen und Schulen zunehmend schwerer werden, die Jugendlichen für ökologische Themen zu interessieren und sie zu einem umweltbewussten Verhalten zu motivieren.

Weiterführender Link

Institut für Jugendkulturforschung: www.jugendkultur.at

Quelle: Zukunftsymposium 2008

"Simsen, chatten, bloggen & Co: Jugendliche und neue Medien" war das Thema des 3. Zukunftssymposiums am 14. November 2008 in Amstetten und widmete sich den neuen Herausforderungen in der Bildungsarbeit.

Weitere Informationen

Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu)
Tel. 02742 219 19, umweltbildung@enu.at
Nähere Informationen zur eNu auf www.enu.at.