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Wasser

Lebensraum Fließgewässer

Bäche und Flüsse sind ein wichtiger Bestandteil des Wasserkreislaufes. Sie gestalten und formen nicht nur die Landschaft sondern bieten vielen oft gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Heimat.

Eintagsfliegenlarve
© R. Burger

Jedes natürliche Fließgewässer durchläuft verschiedene Veränderungen entlang seiner Strecke: In der Quellregion sind große Gefälle und grobes, felsiges Sediment charakteristisch. Bäche sind hier sauerstoffreich, kalt und sehr turbulent. Im Verlauf nimmt das Gefälle mehr und mehr ab und das Sediment wird feiner. Das Flussbett wird breiter und die Gewässertiefe nimmt zu. Durch die nachlassende Strömung wird weniger Sauerstoff eingebracht. In den untersten Flussabschnitten ist die Bildung von Mäandern charakteristisch. Diese Vielseitigkeit ist wichtig, denn Wasserbewohner benötigen je nach Entwicklungsstadium unterschiedliche Lebensräume.

Anpassungen an den Lebensraum

Lebewesen haben sich an die Charakteristika des jeweiligen Flussabschnittes angepasst. Fische wie die Forelle oder Äsche, die man in Oberläufen findet, sind torpedoförmig und kommen gut in starker Strömung zurecht. Der Untergrund ihrer Laichplätze ist Kies. Brachsen und Kaulbarsche sind hingegen hochrückig, pflanzenlaichend und im unteren Flussabschnitt beheimatet. Natürliche Fließgewässer sind daher nicht nur ein Lebensraum, sondern setzen sich aus einer Vielzahl verschiedener Lebensräume zusammen.

Wer frisst hier wen?

Im Oberlauf entwickeln sich nur wenige Wasserpflanzen wie Krustenalgen, die Steine überziehen. Zwischen diesen Algen fühlen sich Bakterien und Pilze wohl. Abgestorbene Tier- und Pflanzenreste verfangen sich darin. und werden von den „Weidegänger“ wie Schnecken und Eintagsfliegen abgeraspelt. Eingetragenes Totholz und Laub werden von Bakterien und Pilzen zersetzt und somit auch für andere Lebewesen aufgeschlossen. Bachflohkrebse zählen zu den „Zerkleinerern“, da sie solches Material mit ihrem Mundwerkzeug zerkleinern. Dadurch entstehen noch feinere Partikeln, der Detritus. Kriebelmücken und Wassergeistchen filtern diese Teilchen aus dem Wasser. Abgesetzte Feinpartikel werden von den „Sammlern“ aufgekehrt. „Räuber“ wie Libellenlarven und Bachforellen stehen am Ende der Nahrungskette und ernähren sich von tierischen Wasserorganismen.

Die Luft im Wasser

Sauerstoff im Wasser ist für Lebewesen überlebenswichtig. Er wird einerseits aus der Luft eingetragen oder bei der Photosynthese von Wasserpflanzen freigesetzt. Durch die Atmung von Lebewesen im Wasser und dem Abbau von organischem Material wird Sauerstoff wieder verbraucht. Wird mehr verbraucht, als im Wasser verfügbar ist, kommt es zu einem Sauerstoffmangel. Fische und andere Wasserorganismen ersticken. Tolerantere Organismen können sich dagegen besser durchsetzen: Zuckmückenlarven oder Posthornschnecken können etwa Sauerstoff durch den roten Blutfarbstoff Hämoglobin speichern.

Anpassung an die Strömung

Im Gegensatz zu Organismen in einem See brauchen Tiere im Fließgewässer verschiedene Strategien, um ihren Standort zu halten und sich durch die Strömung nicht zu verletzen:

  • Sie besitzen Saugnäpfe oder klebrige Unterseiten.
  • Ihre Körperform ist stromlinienförmig und bietet dadurch wenig Widerstand.
  • Platte, abgeflachte Körper erzeugen einen Unterdruck und das Tier wird an den Untergrund angesaugt.
  • Sie bewegen sich reflexartig zwischen Steinunterseiten.
  • Klauen oder Haken an den Beinen helfen, sich an den Untergrund zu festzuhalten.
  • Zusätzliches Gewicht z.B. durch einen Köcher verringert die Gefahr des Abdriftens.
  • Manche spinnen auch Sicherungsseile oder kleben sich an den Untergrund.

Weitere Informationen

Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu)
Tel. 02742 21919, umweltbildung@enu.at
Nähere Informationen zur eNu auf www.enu.at