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Mobilität

Kinder brauchen Bewegung

Der Bewegungsdrang von Kindern ist angeboren und essentiell für die körperliche und geistige Entwicklung. Daher ist es wichtig zu wissen welche Bedeutung körperliche Aktivität für Kinder hat.

Kind beim Radfahren
© M. Praschl - RADLand

Viele Kinder leiden unter akutem Bewegungsmangel, der wiederum eklatante koordinative Mängel und sämtliche schwerwiegende gesundheitliche Mängel (Übergewicht, Diabetes, Haltungsschäden, geringere geistige Fähigkeiten usw.) verursacht.

Warum bleiben Kinder "sitzen"?

Ursache für die - im Vergleich zu früheren Generationen - geringe körperliche Aktivität von Kindern sind vielseitig:  Spiel- und Bewegungsräume für Kinder werden durch zunehmende Versiegelung der Grünflächen bzw. wachsenden Verkehr immer kleiner, die Nutzung von elektronischen Medien steigt an, während die Zeitressourcen der Eltern für ihre Kinder sinken. Im Durchschnitt verbringen österreichische Kinder und Jugendlichen 4,9 Stunden an Schultagen und 7,1 Stunden an schulfreien Tagen mit sitzenden Tätigkeiten wie Fernsehen und Computerspielen. Das sogenannte „sitzende Verhalten“ hat in den letzten drei Jahrzehnten stetig zugenommen.

Bewegung macht gesund und klug

Unsere Sprache verdeutlicht schon den Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Entwicklung: Bevor ein Kind etwas "begreifen" kann muss es seine Umwelt "greifen". Bevor es etwas "erfassen" kann muss es Dinge "fassen" können. Bewegung ist zudem ein effektives Instrument der Gesundheitsförderung. Mit Maß und Ziel eingesetzt, kann sie die Lebensqualität verbessern.

Wie viel sollen sich Kinder bewegen?

Laut österreichischer Bewegungsempfehlung sollen sich Kinder und Jugendliche mindestens 60 Minuten täglich bewegen. Dabei gilt: Je jünger die Kinder sind, umso mehr Bewegung. Insgesamt erfüllt lediglich ein Fünftel der österreichischen Schülerinnen und Schüler diese Empfehlung. Natürlich sollen Kinder keinesfalls überfordert werden, da dies auch mit höherem Verletzungsrisiko einhergeht. Was zählt, ist die Bewegung an sich! Kinder dürfen dabei ruhig außer Atem kommen und schwitzen.

Auf die Plätze, fertig, los!

Kinder bewegen sich gern. Genau diese Bewegungsfreude gilt es von klein auf zu fördern. Machen Sie sich bewusst, dass Sie mit einem aktiven Lebensstil in die Zukunft der Kinder investieren! Bauen Sie körperliche Aktivitäten in den Alltag ein. Ein täglicher Fußmarsch zur Schule kann bereits viel bewirken. Packen Sie bei Ausflügen einen Ball ein, gehen Sie mit Kindern auf Entdeckungsreise in den Wald oder gestalten Sie im Garten oder in der Wohnung Hindernisparcours. Verschiedene Bewegungsformen wie Koordination, Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer werden so spielerisch geschult. Die körperlichen Aktivitäten sollen dabei die Kinder nicht unterfordern, jedoch zu meistern sein, denn dann machen sie Spaß. Und denken Sie daran: Verbote und Ermahnungen schränken Kinder ein. Für das Kind ist es wichtig und spannend, die eigenen Fähigkeiten auszureizen. Dadurch stärken sie die Körperwahrnehmung und lernen ihre Grenzen kennen.

Beweggründe für mehr Bewegung

  • Kinder haben bei der Geburt noch kein Skelett aus echter Knochensubstanz, sondern aus Gewebe und aus Knorpeln. Die Einlagerung fester Knochensubstanz wird zwar genetisch bestimmt, wird jedoch durch Bewegung stimuliert und entwickelt sich stabiler.
  • In den ersten Lebensjahren wird die S-Form der Wirbelsäule gebildet. Durch Bewegung werden Muskeln beansprucht und die Wirbelsäule richtet sich auf.
  • Wir verfügen von Geburt an über 100 Milliarden Nervenzellen im Gehirn. Wesentlich ist jedoch die Vernetzung dieser Nervenzellen. Der Einsatz der Sinne und des Körpers verursachen Reize und diese führen zur Bildung von Synapsen. Bewegung und die Entwicklung des Intellekts hängen daher untrennbar zusammen. Mehr Bewegung macht also schlau!
  • Elektronische Medien schulen zwar visuelle und akustische Sinne - für die Körperkoordination haben sie jedoch keinen Nutzen. Dafür muss sich der ganze Körper bewegen. Das gibt dem Kind ein Gespür von seinem Körper und der Raumvorstellung. Der Gleichgewichtssinn wird dabei auch geschult. Bei wenig Bewegung fehlt auch die notwendige Koordination. Kinder fallen schneller hin und verletzen sich.
  • Auch die Psyche profitiert von der körperlichen Bewegung. Angstzustände und Depression können vermindert werden und nach körperlicher Tätigkeit ist der Körper auch ausreichend müde um gut zu schlafen.

Weiterführende Links

Bewegungsangebote in Österreich http://www.fitfueroesterreich.at/

Weitere Informationen

Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu)
Tel. 02742 219 19, umweltbildung@enu.at
Nähere Informationen zur eNu auf www.enu.at.