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Nachberichte

Das ökologische Kinderzimmer 2011

Welchen Schadstoffen sind Kinder ausgesetzt? Welche Alternativen gibt es?

Publikum
© g.pomper "die umweltberatung"

Über 40 Eltern, Großeltern und Pädagogen/innen informierten sich am 27. Mai 2011 über schadstofffreie Innenraumgestaltung und den Kauf von natürlichem, sinnvollem Spielzeug.

Wie kann man Kindern das Aufwachsen in einem gesunden Umfeld ermöglichen?

Dr. Hanns Moshammer von den ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt entlarvte in seinem Vortrag Lärm- bzw. Schadstoffeinträge von draußen, aber auch Raumsprays und Weichmacher als vermeidbare Quellen von schädlichen Einflüssen: Raumsprays belasten Atemwege und Schleimhaut. Weichmacher (Phtalate) können sich durch Speichel aus Bodenbelägen, Spielzeug oder Tapeten lösen und erbgutverändernd wirken. Seit 1999 sind Weichmacher in Babyspielzeug verboten. Bei Billigspielzeug, das in fernen Ländern produziert wurde, ist laut Moshammer aber Vorsicht angesagt.

Vom Boden bis zur Decke! Ökologische und gesunde Gestaltung des Kinderzimmers
Mag. Peter Haftner, Bauexperte der eNu, wies darauf hin, dass nur etwa 5.000 der rund 100.000 chemischen Grundstoffe, aus denen Möbel, Wandfarben und Einrichtungsgegenstände hergestellt sind, auf Schädlichkeit hin geprüft wurden. Für die schadstofffreie und wenig umweltbelastende Einrichtung sollten Eltern auf nachwachsende Rohstoffe (z.B. Holz) zurückgreifen und (umwelt-)schädliche Stoffe vermeiden, d.h. Hände weg von: HFKW-Treibgasen in Dämmstoffen, PVC-Kunststoffen oder Halogenen in Brandschutzmitteln, Schwermetallen und Lösungsmitteln in Oberflächenbehandlungsmitteln, Formaldehyd in Holzwerkstoffplatten oder Phtalaten in Dichtmassen und Klebstoffen. Empfehlenswert sind hingegen Produkte, die mit Gütesiegeln wie dem österreichischen Umweltzeichen, dem Prüfzeichen des Instituts für Baubiologie oder dem Nature-plus-Zeichen ausgezeichnet sind.

Waschen und Putzen: Weniger ist mehr
Doris Pfeiffer (eNu) ging in ihrem Vortrag auf die umweltfreundliche und gesundheitsschonende Reinigung von Textilien und Kinderzimmer ein: Für die Wäsche wird Waschen bei niedrigen Temperaturen (30°-40°C) und Verzicht auf Weichspüler empfohlen. Weichspüler belasten Haut und Umwelt stark und lassen die Wäsche auch schneller wieder verschmutzen. Für das Putzen reichen Mikrofasertücher, Wasser und Allzweckreiniger. Desinfektionsmittel und künstliche Duftstoffe haben im Kinderzimmer nichts verloren, da sie Haut und Schleimhaut belasten und Allergien hervorrufen können. Zudem besteht die Gefahr, dass Kinder die giftigen Chemikalien ausprobieren und trinken könnten. Auch für die Körperpflege riet Doris Pfeiffer zu sanften Methoden: Wasser, Waschlappen statt getränkter Feuchttücher, Körperreinigungsmittel ohne Duft- und Konservierungsstoffe. 

Spielen – wie und womit?
Zwei Workshops beschäftigten sich mit dem richtigen Spielzeug. DI (FH) Harald Brugger von "die umweltberatung" Wien riet dazu, das Spielzeug schon beim Kauf auf scharfe Kanten, starke Gerüche, Abfärben, Waschbarkeit und Lautstärke zu begutachten. Er gab außerdem den Rat, lieber überhaupt weniger Spielzeug zu kaufen, denn Mut zur Langeweile fördere die Kreativität des Kindes. Und für die meisten Kinder ist das beste Spiel immer noch das gemeinsame Spiel: mit anderen Kindern, mit den Eltern oder Großeltern – Zeit ist das wertvollste Geschenk!

Workshop Alte Spiele
© g.pomper "die umweltberatung"

Workshop "Alte Spiele – neu entdeckt!" zum Ausprobieren und Mitmachen!
Spiele ohne Spielzeug und „alte“ Spiele, die viel zu schade zum Vergessen sind, stellte Dipl. Päd.in DIin Karin Dietrich (eNu)  vor. Spiele, die ohne großen Aufwand und technischen Schnickschnack gespielt werden können, sorgen an Regentagen ebenso für Abwechslung wie bei der Gartenparty, fördern die soziale Kompetenz der Kinder, Reaktionsvermögen und Geschicklichkeit.

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Einladungsfolder

Tagungsmappe

Download Präsentationen

Dr. med. Hanns Moshammer, Meduni Wien: Weichmacher, Raumsprays, Schimmel, Kinderhandys: Wie gesund sind unsere Kinderzimmer?
Mag. Peter Haftner: Vom Boden bis zur Decke! Tipps zur ökologischen und gesunden Gestaltung des Kinderzimmer
Doris Pfeiffer: Alles sauber? Ökologisch Reinigen im Kinderzimmer
DI(FH) Harald Brugger - "die umweltberatung" Wien: Augen auf beim Spielzeugkauf!
 

Weiterführende Links

Datenbank für ökologische und technische Baustoffwerte sowie bauökologische Kriterien: www.baubook.at
Gelbe Liste HFKW-haltiger und -freier Baustoffe: www.bauxund.at/133/
www.oekotest.de 
www.fair-spielt.de
www.pegi.info
www.ages.at
www.umweltzeichen.at
www.natureplus.at
www.ibo.at
www.blauer-engel.de
Schnellwarnsystem der EU für alle gefährlichen Konsumgüter, mit Ausnahme von Nahrungs- und Arzneimitteln sowie medizinischen Geräten: RAPEX

Broschüren-Tipps

Broschüre: „Das ökologische Kinderzimmer. Ein gesundes Nest für unsere Kleinen“, Tipps von A bis Z - vom Ausmalen bis zu Zimmerpflanzen.
Broschüre: „Alte Spiele – neu entdeckt“, 54 Spielbeschreibungen für drinnen und draußen.
Infoblatt: „Augen auf beim Spielzeugkauf“, Was ist drin in Puppe, Baustein und Quietschente
Infoblatt: Fingerfarben, Knetmasse und CO - selbst gemacht

Weitere Informationen

Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu)
Tel. 02742 219 19, umweltbildung@enu.at
Nähere Informationen zur eNu auf www.enu.at.